Diabetes Typ 1

Was ist ein Typ 1 Diabetes?

Typ 1 Diabetes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, durch die der Körper kein Insulin mehr produzieren kann. Insulin ist ein lebensnotwendiges Hormon, das den Blutzucker reguliert und ohne das der Körper den Zucker im Blut nicht als Energie verwenden kann. Da die Erkrankung in der Vergangenheit eher in den frühen Lebensjahren auftrat, war diese Form des Diabetes früher als „jugendlicher Diabetes“ oder „Kinderdiabetes“bekannt. Man schätzt (Stand 2017), dass in Deutschland ca. 312.000 Erwachsene und über 31.500 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren an einem Typ 1 Diabetes erkrankt sind.

Wodurch wird ein Typ 1 Diabetes verursacht?

Die Ursachen für die Erkrankung an einem Typ 1 Diabetes sind bisher unbekannt. Studien deuten darauf hin, dass ein Typ 1 Diabetes aus einer genetischen Veranlagung resultiert, die mit einem Umweltauslöser oder einem Virusinfekt kombiniert zum Ausbruch der Erkrankung führt. Zu den Symptomen eines auftretenden Typ 1 Diabetes gehören unstillbarer Durst, häufiges Wasserlassen, unerklärliches Bettnässen, unerklärlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit und Schwäche, nach überreifen Früchten riechender Atem (Azetongeruch), juckende trockene Haut, erhöhte Infektanfälligkeit, plötzlich eintretende Bewusstlosigkeit.

Wie wirkt sich ein Typ 1 Diabetes auf den Körper aus?

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem sich selbst angreift. Beim Typ 1 Diabetes werden die Insulin produzierenden Betazellen, die in der Bauchspeicheldrüse sitzen und auch als Inselzellen bezeichnet werden, allmählich zerstört. Da es im menschlichen Körper kein anderes Insulin produzierendes Organ gibt, tritt nach und nach ein Insulinmangel ein. Insulin ist das Hormon, das es dem Körper ermöglicht, Glukose (Zucker) im Blut in Energie umzuwandeln. Es funktioniert wie ein Schlüssel, der die Körperzellen öffnet, so dass Glukose in die Zellen gelangen kann, wo es letztendlich in die lebensnotwendige Energie umgewandelt wird. Fehlt dieser Schlüssel, so fehlt dem Körper die Energie zum Überleben.

Wie wird ein Typ 1 Diabetes behandelt?

Nach dem momentanen Stand der Wissenschaft ist ein Typ 1 Diabetes weder vermeidbar noch heilbar. Dank des medizinisch-technischen Fortschritts ist er inzwischen aber gut behandelbar. Allerdings ist das Leben mit Typ 1 Diabetes ein "Vollzeit-Balanceakt", der ständige Aufmerksamkeit erfordert. Was beim gesunden Menschen automatisch und sehr fein abgestimmt die Bauchspeicheldrüse erledigt, wird nun vom Menschen mit Hilfe medizinischer Technik übernommen. Der Blutzuckerspiegel muss regelmäßig kontrolliert werden – entweder mehrmals täglich mit einem Blutzuckermessgerät oder mit einem kontinuierlichen Glukosesensor, der am Körper angebracht ist. Das fehlende Insulin wird von außen über eine Spritze, mit einem Insulin-Pen oder einer Insulinpumpe dem Körper zugeführt, wobei die Insulindosen sorgfältig berechnet werden müssen.

 

Dies ist nicht immer so einfach, denn nicht nur Essen und Trinken, sondern auch sportliche Betätigungen, Stress, Infekte und viele weitere Faktoren müssen bedacht werden, um die richtige Insulindosis zu bestimmen. Ist es zu wenig Insulin, droht ein zu hoher Blutzucker mit der Gefahr einer Ketoazidose (lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung); bei zu hohen Werten über einen längeren Zeitraum besteht zudem die Gefahr von Folgeschäden. Ist es zu viel Insulin, kann es zu einer Unterzuckerung kommen, die bis zur Ohnmacht führen und in (seltenen) ganz schweren Fällen sogar akut lebensbedrohend sein kann. 

 

Dieser "Vollzeit-Balanceakt", der mit der Diabetes Typ 1 Erkrankung einhergeht, kann sowohl nach der Diagnose, aber auch im weiteren Verlauf zu einer enormen emotionalen und psychischen Belastung für Patienten und ihre Angehörigen (siehe hierzu auch Diabetes Typ F) führen.