Körperliche Belastungen durch Diabetes

Was ist eine Hypoglykämie?

Als Hypoglykämie (Unterzucker) bezeichnet man den Zustand mit einem zu niedrigen Blutzuckerwert. Dieser wird durch zu viel Insulin oder zu wenig Zucker im Körper verursacht, z.B. wenn mehr gespritzt als gegessen wurde, bei sportlicher Aktivität, akuten Krankheiten oder Stress. Eine Hypoglykämie ist definiert als ein Blutzucker unter 70 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder 3,9 Millimol pro Liter (mmol/L). Die Symptome einer Hypoglykämie können vielfältig und sehr individuell sein; zu ihnen gehören übermäßiger Hunger, Verhaltensänderung (ähnlich wie betrunken sein), undeutliches Sprechen, Angstzustände, Nervosität, Zittern, kalter Schweiß, Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche. Niedrige Blutzuckerwerte müssen sofort überwacht und mit der Gabe eines schnell wirkenden Zuckers (Traubenzucker, zuckerhaltige Getränke, Glukosegel) behandelt werden, um eine schwere Unterzuckerung mit einhergehender Bewusstlosigkeit zu vermeiden. Ist bereits eine Bewusstlosigkeit eingetreten, darf dem Betroffenen keine feste oder flüssige Nahrung mehr verabreicht werden, es besteht Erstickungsgefahr. In diesem Fall kann mittels Glukagon-Spritze (wenn vorhanden) geholfen werden. In jedem Fall wird empfohlen, den Notarzt zu rufen.

Was ist eine Hyperglykämie?

Als Hyperglykämie (Überzucker) bezeichnet man den Zustand mit einem zu hohen Blutzuckerwert. Dieser wird durch zu wenig Insulin oder zu viel Zucker im Körper verursacht, z.B. wenn mehr gegessen als gespritzt wurde, bei akuten Krankheiten, Stress oder einer defekten Insulinpumpe. Eine Hyperglykämie wird im allgemeinen definiert als ein Blutzucker über 250 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder 13,8 Millimol pro Liter (mmol/L); bedrohlich werden die Werte ab 400 mg/dl (22,2 mmol/L), Werte ab 600 mg/dl (33,3 mmol/L) können zu einer schweren Diabetischen Ketoazidose bis hin zum Koma führen. Die Symptome einer Hyperglykämie können vielfältig und sehr individuell sein; zu ihnen gehören verstärkter Durst bei gleichzeitig erhöhtem Harndrang (der Körper versucht, den hohen Zuckergehalt im Blut über den Urin auszuscheiden), Bauchschmerzen, niedriger Blutdruck, starke Gereiztheit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Zu hohe Blutzuckerwerte müssen regelmäßig überwacht und mit der Gabe von ausreichend Insulin behandelt werden, um eine schwere Überzuckerung (Diabetische Ketoazidose) mit einhergehender Bewusstlosigkeit zu vermeiden. Ist bereits eine Bewusstlosigkeit eingetreten, muss sofort eine intensivmedizinische Behandlung erfolgen. 

Was ist eine Diabetische Ketoazidose?

Die Diabetische Ketoazidose (DKA) ist eine schwerwiegende und lebensbedrohliche Komplikation bei einem Typ-1-Diabetes. Sie tritt häufig bei der Diagnose mit Typ-1-Diabetes auf, kann aber auch im Verlauf der Erkrankung entstehen, wenn der Körper nicht genügend Insulin erhält, um Glukose abzubauen. Zur alternativen Energiegewinnung beginnt der Körper mit dem Abbau von Fett, wobei Ketone im Körper freigesetzt werden. Eine zu hohe Anzahl an Ketonen im Körper führt unbehandelt zu einer akuten Stoffwechselentgleisung. Symptome sind zunächst meist Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber und verschwommenes Sehen, im weiteren Verlauf extremer Durst, häufiges Wasserlassen, Atembeschwerden, Azetongeruch (wie Nagellackentferner oder faules Obst) der Atemluft, Lethargie und Orientierungslosigkeit. Ohne Behandlung führt die DKA zu Koma und Tod. Die häufigsten Ursachen für eine DKA bei einem Typ-1-Diabetes sind fehlende Insulinzufuhr, z.B. bei unbemerkter Unterbrechung oder einem technischem Defekt der Insulinpumpe, aber auch erhöhter Insulinbedarf bei akuten Erkrankungen, Virusinfekten und Stress. Eine schwere Ketoazidose bedarf unbedingt der Rücksprache mit dem betreuenden Diabetologen oder einer Klinik, ggf. mit Aufnahme in die Intensivstation, wo eine angemessene Behandlung erfolgt.